Suche
Benutzeranmeldung
Interessante Themen
Im Lexikon suchen
Newsarchive
- Juli, 2008 (28)
- Juni, 2008 (36)
- Mai, 2008 (25)
Besucher
Gerade online: 5
Besucher heute: 121
Besucher gestern: 281
Besucher gesamt: 50.647
In Briest bei Brandenburg soll bis 2009 der größte Solarpark (Photovoltaik Sonnenkraftwerk) errichtet werden!
Das größte Photovoltaik-Kraftwerk der Welt soll bis 2009 auf einem ehemaligem Militärflughafen in Brandenburg-Briest entstehen. Das etwa 400 Hektar große Gelände, welches etwa 500 Fußballfeldern Platz bieten würde, wurde am 7. April 2008 an die Münchner Firma Solar Tec AG verkauft. Diese plant auf dem Gelände, das größte Photovoltaik- Kraftwerk der Welt zu errichten.
|
WIRTSCHAFT: Die Sonne landet in Brandenburg Die Firma Solar Tec will auf dem Flugplatz bis 2009 den größten Solarpark der Welt bauen |
![]() |
Der Bund hat das Gelände des Flugplatzes Brandenburg-Briest verkauft. Die Firma Solar Tec will dort den größten Solarpark der Welt bauen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Potsdam hat in dieser Woche das Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Brandenburg-Briest an die Firma Solar Tec AG verkauft. Die Behörde bestätigte, dass der Vertrag am Montag bei einem Notar beurkundet worden sei. Weitere Informationen wollte Stephan Regeler, bei der Bima der Verkaufsleiter und Konversionsbeauftragter für das Land Brandenburg, vorerst nicht geben. So machte er auch keine Angaben zum Verkaufspreis. Dem Vernehmen nach soll er deutlich höher liegen, als die 3,5 Millionen Euro, die die Bundesbehörde in ihrer Ausschreibung im vergangenen September als Preisvorstellung genannt hatte. Mehrere Interessenten hatten sich den Sonderlandeplatz, der teils auf Stadtgebiet, teils in Briest liegt, angeschaut und Gebote abgegeben. Die Wahl fiel auf die 2002 gegründete Münchener „Solar Tec AG“. Das Photovoltaik-Unternehmen bestätigte der MAZ, dass es dort bis Ende 2009 einen Solarpark aufbauen will. Ein Teil der Module solle noch in diesem Jahr ans Netz gehen, berichtet Projektleiter Andreas Schimmel. Zur Dimension des Projektes auf der Landeplatzfläche, die etwa 500-mal so groß ist wie ein Fußballfeld, hat sich in diesen Tagen Solar-Tec-Vorstand Erich W. Merkle in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Erneuerbare Energien“ geäußert.
Merkle kündigte an, dass sein Unternehmen gemeinsam mit Partnern „auf einer Konversionsfläche von 400 Hektar“ den größten Solarpark der Welt errichten will. Er soll eine installierte Solarleistung von 81 Megawatt haben, die rechnerisch den Jahresstrombedarf von etwa 40 000 Menschen deckt. Der künftige Solarpark soll Merkle zufolge mit eigenen Modulen
bestückt werden, die überwiegend in China gefertigt werden. Da der Solar-Tec-Chef gestern nicht erreichbar war, erhielt die MAZ keine Informationen zur Finanzierung und zu weiteren Einzelheiten des Großprojekts auf dem Brandenburger Flugplatz.
Das Gelände ist noch bebaut mit alten Gebäuden und Anlagen aus den Jahren 1937 und 1938, darunter sind sechs Flugzeughallen, eine Werfthalle, ein Tanklager, ein Gerätelager und mehrere Kasernengebäude. Die Bundeswehr hatte das Areal 1994 aufgegeben, seit August 1999 wird es gewerblich genutzt. Bemühungen in den vergangenen Jahren, auf dem Gelände eine Flugzeugwerft und weitere Unternehmen der Flugbranche anzusiedeln, hatten nicht zum Erfolg geführt. Die Gesellschaft „Flugplatz Brandenburg-Briest Verwaltungs GmbH“ nutzt einen großen Teil der Fläche als Sonderlandeplatz überwiegend für den Werks- und Geschäftsflugverkehr umliegender Firmen. Der Pachtvertrag läuft Ende Juli 2009 aus. „Wir wissen nicht, was im Kaufvertrag steht“, sagt Flugplatz-Geschäftsführer Hans-Georg Sprecher. Daher könne er derzeit nichts Verbindliches über die Zukunft des Landesplatzes mitteilen. Solar-Tec deutete an, dass beide Nutzungen, Solarpark und Landeplatz, schwer zu vereinbaren seien. (Von Jürgen Lauterbach)
WIRTSCHAFT: Ein Sonnenplatz ohne Jobs
Stadtspitze zu den geplanten Solarparks auf dem Flugplatz und am Quenz Das Münchener Photovoltaik-Unternehmen Solar Tec AG ist seit Anfang der Woche neuer Eigentümer des derzeitigen Landeplatzareals. Denn der Bund hat die 400 Hektar große Fläche für mehrere Millionen Euro verkauft.
Um den Aufbau des geplanten Solarparks zu ermöglichen, müssten die Stadt Brandenburg und der Landkreis Potsdam-Mittelmark den bestehenden Flächennutzungsplan ändern. Einen solchen Schritt möchte Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) sorgfältig gemeinsam mit den Stadtverordneten abwägen. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Entscheidung darüber in die Zukunft weist“, sagte Dietlind Tiemann gestern der MAZ. Sie gibt zu bedenken, dass mit der geänderten Nutzung des GeländesSonderlanderecht verloren ginge. Arbeitsplätze seien mit dem Aufbau eines solchen Solarparks nicht verbunden. Der überregionale Vorsorgestandort für eine mögliche künftige Industrieentwicklung würde mit dem Photovoltaik-Projekt verschwinden. Vize-Landrat Christian Stein (CDU) teilt laut Tiemann die Bedenken der Stadt hinsichtlich des Sonderlanderechtes und der industriellen Entwicklung.
Die Frage, ob sie den Solarpark verhindern wolle, verneint die Oberbürgermeisterin. Ihre Haltung dazu bezeichnet sie als „offen“, denn jedes Unternehmen sei willkommen. Doch angesichts der nachhaltigen Auswirkungen wolle sie die Stadtverordneten in den Abwägungsprozess einbeziehen. „Wir müssen überzeugt sein“, forderte die Stadtchefin. Schließlich wäre die Anlage auf mindestens zwanzig Jahre angelegt. Dietlind Tiemann stellt auch die positiven Seiten des Vorhabens der Solar Tec AG heraus: die ökologische Form der Energiegewinnung und den Imagegewinn, den die Stadt aufgrund der Riesendimension des geplanten Solar-Tec-Parks haben könnte. Ein ähnliches, wenngleich deutlich kleineres Sonnenenergie-Vorhaben am Quenz findet die Unterstützung der Stadtregierung. Am 30. April sollen die Stadtverordneten beraten, ob sie die Voraussetzung schaffen wollen für die Photovoltaikanlage Friedrich-Engels-/Einsteinstraße.
Dafür müsste die Stadt einen Bebauungsplan für ein Sondergebiet „Photovoltaik“ aufstellen, der für die 45 Hektar großen Brachflächen der ehemaligen Friedrich-Engels-Kaserne gilt. Dort will die Gesellschaft „Klaron – Dritte Solar GmbH“ aus Merseburg/Sachsen Anhalt einen Solarpark zur alternativen Energiegewinnung errichten, der eine Leistung von 12 bis 14 Megawatt haben soll. Nach Angaben der Oberbürgermeisterin hat das Unternehmen der Klaron-Holding die Flächen im vergangenen September von der „Brandenburgischen Boden Gesellschaft“ (BBG) gekauft und will rund 40 Millionen Euro in die Anlage investieren. Obwohl auch dort keine Arbeitsplätze entstehen, erkennt Dietlind Tiemann positive Auswirkungen für den städtischen Arbeitsmarkt. Denn in Aussicht steht, den Solarpark mit Modulen zu bestücken, die von der Firma Johanna Solar in Hohenstücken gefertigt werden. Dagegen will die Münchener Solar Tec ihren zigmal so großen Park auf dem Flugplatzgelände mit eigenen Modulen bestücken, die größtenteils in China gefertigt werden. In der kommenden Woche will die Stadtspitze mit Solar-Tec-Chef Erwin Merkle über sein Brandenburger Vorhaben sprechen. (Von Jürgen Lauterbach)
Sonnenstaat
Jürgen Lauterbach zu den Solarpark-Plänen auf dem Flugplatz Brandenburg-Briest Die Oberbürgermeisterin hat in vielem Recht. Der Solarpark, den die Münchener Firma Solar Tec AG auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens errichten will, bringt der Stadt und ihren Bürgern keine Arbeitsplätze. Er verhindert, dass sich dort einmal andere Betriebe mit neuen Arbeitsplätzen ansiedeln könnten. Die Landerechte, welche die Flugplatzgesellschaft dort heute wohl nicht mehr bekommen würde, sind unwiederbringlich futsch. Gleichwohl werden die Stadtverordneten nicht wirklich die Wahl haben, was die Zukunft des Flugplatzareals angeht. Das Gelände ist nun privatisiert, damit sind dem politischen Zugriff und der kommunalen Steuerung enge Grenzen gesetzt. Weil die Stadt einen Bebauungsplan für den beabsichtigten, angeblich weltgrößten Solarpark schaffen muss, haben die Kommunalpolitiker zwar einen gewissen Einfluss, sie können blockieren und verzögern. Doch sie müssen sich schwer überlegen, ob sie deutschlandweit als die großen Verhinderer eines Mammutprojekts zur Erzeugung umweltfreundlicher Energie auffallen möchten. Letztlich wird die Stadt nicht umhin können, den arbeitsmarktpolitisch unattraktiven Investor willkommen zu heißen. Die Frage wird dann sein, ob der das Geld aufbringt für seinen Sonnenstaat.
Quelle:
http://briest-havel.info/
- Download PDF
- Druckversion
- weiterempfehlen
- 218 mal gelesen
Propeller
Reddit
Newsvine
Furl
Facebook
Google
Yahoo
Grundsätzlich stehen auch in Deutschland mit der Sonnenenergie, der Wasser- und Windkraft sowie der geothermischen und der Bioenergie ausreichend regenerative Energien zur Verfügung, um zumindest theoretisch eine annähernde Vollversorgung der privaten Haushalte mit Strom und Wärme zu gewährleisten. 

